In Zusammenarbeit mit der Designerin und Innenarchitektin Sophia Kokinis fand während der Berlin Fashion Week am 15. Januar 2016 die Ausstellung NO DRESS – ANIMUS PERDITUS in der Kunstgalerie Fata Morgana in Berlin Mitte statt. Bilder vom sehr gelungenen Abend sind bei Flickr zu finden.

Animus Perditus

‚Animus Perditus‘ bedeutet ‚Verlorene Seelen‘ auf lateinisch und ist inspiriert von der Geschichte tierähnlicher Figuren, die in heidnischen Bräuchen der Balkantraditionen Anfang Februar und März zum Vorschein kommen. Babugeri, Kukeri und Kodonofori sind Gestalten, halb Mensch, halb Tier, die in Ritualen entlang der Balkanländer zu finden sind.
In Erzählungen heißt es, die ‚Monster‘ haben den Zweck Mutter Natur mit dem ohrenbetäubenden Klang ihrer Glocken zu wecken, damit sie Fruchtbarkeit, neues Leben, Licht und Wachstum (Frühling) bringt, sowie Seelen verjagt, die zwischen Leben und Tod gefangen sind und von denen man dachte, sie würden den Lebenden Angst, Dunkelheit, Tod und Übles bringen (auch bekannt als die Dunklen, kalte Wintermonate wurden in direktem Zusammenhang mit dem Tod gesehen).
Die Ästhetik der Ausstellungstücke ist inspiriert von den Figuren heidnischer Traditionen und Rituale des Balkan, die noch existieren und in der heutigen Zeit zu finden sind. Die Betonung liegt dabei auf der Tatsache, dass es einige Traditionen geschafft haben, bis in die heutige Lebensweise zu überleben und mit ihr koexistieren. Um das Alte mit dem Neuen in ihrer Arbeit zu verheiraten, nimmt die Künstlerin eine moderne Sicht auf den Traditionalismus ein.
Die Fertigkeiten und die Schönheit traditioneller Herstellungsmethoden werden von der modernen Art des Lebens verschluckt. In einem Versuch, den Betrachtenden an unsere Wurzeln, unsere Ausgangspunkte und unsere magische Vergangenheit zu erinnern, erstellt die Künstlerin hängende Werke mithilfe handgefertigter Maschinen, wie Webrahmen und Webstühle, sowie abstrakte Portraits auf Segeltuch. Sie arbeitet mit Materialien wie Wolle, Holz, Leder, Gaze, Baumwolle und Garn.
Der begleitende Sound wurde von aktiven Musikproduzenten aus Thessaloniki kuratiert, die sich auf avantgarde und experimentelle Musik spezialisiert haben, indem sie traditionelle und moderne Produktionsmittel verwenden. Quelle der Inspiration ist ihre eigene Sicht auf den Umgang der Künstlerin mit dem Thema, kombiniert mit traditionellen Liedern, Musik und Sounds, als könne man in die oben genannten Ritualen hineinhören.

Über die Künstlerin

SOPHIA KOKINIS ist Ingenieurin für Industrie-Design mit weiterführendem Studium in Innenarchitektur und Design. Ihre Karriere begann in jungen Jahren, in denen sie für ein unabhängiges Studio arbeitete und Grafiken von Hand auf Stoffe malte. Später zog sie nach Großbritannien um ihr Studium voranzutreiben.
Nachdem sie als Innenarchitektin für internationale Unternehmen mit Sitz in London tätig war, entschied sie sich, sich zu verändern und auf ihre freiberuflichen Aktivitäten und die Herstellung von Design-Stücken und Lichtinstallationen zu konzentrieren, die durch die Verwendung von Materialien in Situationen, die am wenigsten erwartet werden, ihre künstlerische Form erhalten.
Sie stammt aus einer Familie mit doppelter Staatsangehörigkeit und findet daher Inspiration in der Kombination von Situationen, Materialien und Geschichten, von denen nicht erwartet wird, dass sie in normalen Umgebungen nebeneinander existieren können. Zurzeit lebt sie in Thessaloniki.