Creator Broker Owner unterstützt die kolumbianische Künstlerin Juana Anzellini bei ihrem Kunstprojekt „Jeder sieht es, aber niemand will es sehen“. Konzeption und Gestaltung obliegt bei der Künstlerin. Als engagierter Kunstliebhaber möchte Andreas Gebhard mit individuellen und einzigartigen Kunstprojekten internationale junge und aufsteigende KünstlerInnen, die in Berlin arbeiten, in ihrer Entwicklung unterstützen und fördern. Die Werke aus der entstehenden Arbeit von Juana Anzellini für das Kunstprojekt werden dokumentiert und hier präsentiert. Im Anschluss daran folgt eine Ausstellung mit den Kunstwerken. Beim erfolgreichen Start des Kunstprojektes sind weitere jährliche Künstlerförderungen vorstellbar.

Die Idee hinter dem Kunstprojekt

Aus einer Malerei das ‚Nicht–Sehen–Wollen‘ sichtbar machen. Das Projekt möchte die Handlung der Bildproduktion in den Mittelpunkt setzen. Stets liegt der Fokus auf eine symbolische Figur des ‚Nicht–Sehen–Wollens‘, worauf die Sehenden die eigene “eingeschränkte Sicht” erkennen. „Die Malerei offenbart unsere unvollständige oder bruchstückhafte Sicht, aber sie lädt auch ein, mit unserer Vor-stellungskraft ebenso über die physischen Merkmale des Bildes hinauszusehen“ betont die Künstlerin. Mit ihren Werken möchte sie den Zuschauer im Akt des Betrachtens reizen, sein ‚Nicht–Sehen–Wollen‘ betonen. Sie fordert den Betrachter auf, das Bild genau zu untersuchen und im besten Fall eine Frage hervorzurufen. Denn: Die individuellen Erfahrungen des Einzelnen werden sich in der Interpretation der Bilder widerspiegeln.

Jeder sieht es, aber niemand will es sehen

Mit diesem Kunstprojekt möchte sich Juana Anzellini weiter mit dem Thema der Blindheit auseinandersetzen. Hierzu folgende Vertiefung zur Nachvollziehbarkeit: Als Kolumbianerin lebt sie seit zwei Jahren im Berliner Großstadtdschungel und nimmt seine mannigfaltige Anonymität wahr. Ihr fallen täglich sogenannte “Vogelstrauß–Momente” auf, in denen der Blickende wegguckt, um Unannehmlich-keiten auszuweichen. Es sind für sie Menschen, die ihre Blicke nach innen auf sich gerichtet halten oder sich in digitale Welten verlieren. „Der Blick ist für mich Waffe und Hoffnung zugleich. Menschen neben Menschen, Menschen, die einander begegnen, kennenlernen, bewerten, Blicke, die mich fokussieren, Blicke, die ich fokussiere, die mich reizen und herausfordern, die mich stigmatisieren oder einladen, meine Blicke die fragen, meine Blicke die suchen, meine Abhängigkeit der Blicke Anderer“ so die Künstlerin. Doch die Vogelstrauß–Taktik ist nicht bloß eine Strategie, um möglicherweise vor eigenen Ängsten auszuweichen. Sie ist vor allem ein Beispiel dafür, dass sich bis heute durchzusetzen scheint und die Macht der Politik des Blickes weithin bestimmt.

Die visuelle Erfahrung ist über das Medium der Malerei von ihr zu relativieren. Aber warum? In den Arbeiten von Juana Anzellini beinhaltet ein gemaltes Bild eine große Menge an Elementen und Informationen, welche dem Betrachter, trotz funktionierendem Sehsinn in der Tiefe des Werkes vor enthalten bleibt. So gelten die übereinander liegenden Farbschichten eines Bildes als Indiz des eingeschränkten Sehvermögens eines jeden Menschen. Dadurch werden die Sehenden beim Betrachten eines Motives irritiert und auf diese Weise mit ihrer eigenen “Blindheit” konfrontiert. Die Interaktion zwischen Blick und Bild beinhaltet demnach Störung und Unterstützung zugleich. Diese Interaktion nimmt Juana Anzellini als Zeichen des modernen Lebens im Großstadtdschungel wahr.

Über die Künstlerin

Juana Anzellini ist 1985 in Kolumbien geboren und dort aufgewachsen. Im Herbst 2013 verlagerte sie ihren Lebensmittelpunkt nach Deutschland. Hier beteiligte sie sich bereits an mehreren Kunstprojekten und Ausstellungen mit Malerei, Zeichnungen und Grafik. Ihre Arbeit wirft Fragen auf den Mensch, der sowohl in einer physischen, als auch in einer psychischen Dimension auftritt. Insbesondere interessiert sie das Thema Blindheit, ihre Grenzen und ihre Reichweite. Seit 2015 lebt und arbeitet sie in Berlin.

Website: www.juana-anzellini.comI
Instagram: @juananzellini
Facebook: Juana Anzellini