Immer wieder findet man gebrauchte, weggeworfene Matratzen auf den Straßen Berlins und anderer Großstädte. Sie weisen Flecken und Abdrücke von Körperlichkeit auf, sammelt in ihren Schichten individuelle Erinnerungen und Geschichten und speichert Beziehungen und Verhältnisse – ansonsten im Privaten verborgen, sind sie nun für aller Augen sichtbar. Andreas Gebhard fing an, die auf der Straße zurückgelassenen Matratzen zu fotografieren, und Fotos von den intimen und achtlos in den Straßen entsorgten Objekten zu machen. Das gesammelte Potpourri von zurückgelassenen Matratzen findet man auf seinem Instagram-Account: Mattresses of Berlin. Die Verbreitung von solch Matratzenfotos scheint ein globales Phänomen zu sein. Denn: Auf Instagram gibt es – um nur einige Beispiele zu nennen – Matratzenbilder und dazugehörige Accounts aus Paris, Sydney, New York, Detroit und einen sogar nur für Ost-Londoner Matratzen.

Im Rahmen des World Mattress Days am 9. Juni veranstaltete Creator Broker Owner eine Ausstellung zu Mattresses of Berlin. Die Matratze. Kommt aus dem Italienischen, materazzo, und bedeutet so viel wie Bodenkissen. Darum dreht sich die Ausstellung, in der Fotos als Reproduktion von intimen Objekten – hier Matratzen – auf den Straßen gezeigt und Besucher durch einzigartige Performances und Installationen zum Nachdenken angeregt werden. Die Betrachtung eines Paradoxons mit einem Augenzwinkern: Die Matratze im öffentlichen Raum. Verwirrend. Denn so intim ist sie am Ende doch so fern.

Instagram: https://www.instagram.com/mattressesofberlin/
Presse-Stimme zur Ausstellung vom Tagesspiegel “re:publica-Gründer ruft zum Weltmatratzentag aus